Chorfahrt eskaliert! Ein Rückblick

Die fünftägige Probewoche des Oberstufenschulchors eskalierte am vergangenen Freitag wohl so stark, dass der bisherige Chorleiter* sich nicht mehr im Stande sieht, diese im nächsten Jahr - wie in den letzten Jahren - wieder auf die Beine zu stellen. Aber was ist passiert?

Die fünftägige Probewoche des Oberstufenschulchors eskalierte am vergangenen Freitag wohl so stark, dass der bisherige Chorleiter* sich nicht mehr im Stande sieht, diese im nächsten Jahr - wie in den letzten Jahren - wieder auf die Beine zu stellen. Dem voraus ging eine Woche voller Streitereien zwischen LehrerInnen und SchülerInnen. Unser Reporter vor Ort berichtete von Zimmerdurchsuchungen und Taschenkontrollen, hitzigen Diskussionen, Tabakkonsum in den Zimmern der Jugendherberge, verhörartigen Gesprächen zwischen LehrerInnen und SchülerInnen und unangemeldeter Pizzabestellung.

 

Eine Lehrerin* sprach Insider-Berichten zufolge über die Chorfahrt gar von „stasi-ähnlichen Zuständen“ und merkte an, dass dies sei wohl die erste Schulveranstaltung sei, deren Teilnahme sie bedauere.

Auch die SchülerInnen fühlten sich übergangen, nicht mit eingebunden oder ernstgenommen. So berichtete unser Reporter, viele würden sich vor allem über das Verhalten der BetreungslehrerInnen beschweren, die zwar von den SchülerInnen verlangen, sich regelkonform zu verhalten, dies aber oft selbst nicht tun.

 

Denn es kam zu - teils groben - Verstößen gegen die Richtlinien, die sich der Chor selbst auferlegt hat, und das von beiden Seiten. Ein weiterer Grund für das Ausmaß der Eskalation könnte allerdings auch die Einstellung beider Parteien sein, jeweils „die Anderen“ als Böse, als „Feinde“ anzusehen, aber vieles hätte sich wohl durch gute Kommunikation und einen kompetenteren Umgang mit bestimmten Situation besser lösen lassen können, so unser Kriegs- und Krisenreporter.

Die seit nunmehr zehn Jahren stattfinden Chorfahrt des Oberstufenschulchors - eine Pflichtveranstaltung für Oberstufenschüler - ist eigentlich als intensive Zeit des Probens und der Vorbereitung auf das anstehende Weihnachtskonzert des Chors geplant. Auch soll die Fahrt die Gemeinschaft zwischen den SchülerInnen der Oberstufenklassen neun bis zwölf stärken. Schon in den letzten Jahren eskalierte die Fahrt immer wieder, allerdings wohl nie in dieser Intensität.

 

In diesem Jahr allerdings wuchs zwar die Oberstufen als Gemeinschaft stärker zusammen, der Graben zwischen LehrerInnen und SchülerInnen hingegen vergrößerte sich nur noch mehr und die gesamte Fahrt wurde überschattet von allgegenwärtiger schlechter Stimmung.

Trotz der Eskalation stellte Chorleiter Herr I.* klar, er sehe nicht die gesamte Chorfahrt in Gefahr, sondern kündigte an, nur nicht mehr ihr Leiter zu sein. Er sieht nun die Schüler - vor allem die der höherer Klassen - in der Verantwortung, für das Weiterbestehen der Chorfahrt zu sorgen.

 

Die Klassensprecherversammlung kündigte an, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen und eine Lösung zu finden. Das diesjährige Weihnachtskonzert wird wie geplant stattfinden.

Text: Jonathan A.

Bild: unsplash.com


* Hinweis: Auf Bitten der Schulleitung dürfen wir in Onlinetexten keine vollen Lehrernamen mehr nennen. Wir bitten, dies zu entschuldigen und hoffen, dass unsere werte Leserschaft auch aus Abkürzungen und Umschreibungen schließen kann, wer gemeint ist.


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Kommentare: 3
  • #1

    Noel Kamm (Sonntag, 02 Dezember 2018 18:53)

    Will sich der Kriegs- und Krisenreporter nicht erkenntlich zeigen, sondern weiterhin anonym untersuchen und aufklären?

  • #2

    Redaktion "Waldorfchroniken" (Montag, 03 Dezember 2018 17:23)

    Um die Sicherheit unseres geschätzten Reporters zu schützen und ihm weiterhin die Möglichkeit zu geben, unabhängig zu berichten können wir ihn im Text leider nur anonymisiert nennen.

  • #3

    **** (Dienstag, 04 Dezember 2018 16:43)

    Taschendurchsuchungen sind allerdings nur von Polizei Beamten erlaubt und eine Lehrkraft kann dafür angezeigt werden.